Kolumne von Thomas Schüttken (Quelle Rheinische Post):

Es scheint, als hätte da jemand die Nachtigall trapsen gehört. Die Duisburger Stadtspitze lud in der vergangenen Woche auf eigene Initiative hin verschiedene lokale, regionale und überregionale Projektentwickler sowie potenzielle Investoren zu einer zweitägigen Stadtrundfahrt mit dem Bus ein. Öffentlichkeitsarbeit getreu dem Erich Kästner-Motto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Den fehlenden Wohnungsbau in Düsseldorf zur Kenntnis nehmend, präsentierten Sie den bauwilligen Geldgebern nicht nur die schönsten Ecken Duisburgs, sondern auch die Bereiche, die laut Planungsamt zeitnah bebaut werden können und vor allem sollen. Dabei ist insbesondere ein Areal entlang der Sechsseenplatte interessant, auf dem alleine über 9000 Menschen ein neues Zuhause finden können. Sei es im freistehenden Einfamilienhaus, im Reihenhaus oder in einer Wohnung.

Aber auch innerstädtisch hat die in den letzten Jahren mit schlechtem Ruf kämpfende, vermeintliche Hauptstadt des Ruhrgebiets einiges zu bieten: Das Mercator Quartier, wo die Abrissarbeiten bereits stattgefunden haben, der Innenhafen oder zentrale Grundstücke direkt am Hauptbahnhof liegen zur Bebauung bereit.

Begleitet von der aktuellen Marketing-Kampagne unter dem Motto „DU: bist et, DU: machst et“ etc. scheint es den Verantwortlichen diesmal Ernst zu sein, interessierte Investoren dauerhaft zu binden. Das lassen zumindest die Reiseführer der Tour erahnen. Oberbürgermeister Sören Link und der für die Stadtplanung verantwortliche Carsten Tum ließen es sich nicht nehmen, persönlich, unterhaltsam und vor allem sehr authentisch ihr Duisburg zu präsentieren. Vorbildliches Marketing. Chapeau Duisburg.

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