Stadtflucht

Auf dem Wohnungsmarkt zeichnet sich gezwungener Maßen eine Trendwende ab: Raus aus der Stadt und rein ins ländliche Umland. Diese Flucht ist nicht ganz freiwillig. Es sind die enormen Wohnkosten, die Durchschnittsverdiener und Familien in den Speckgürtel der Metropolen zwingen. Stadtflucht hat Folgen für das Umland, wie man am Beispiel von Düsseldorf sieht. Angrenzende und mit dem ÖPNV gut angebundene Städte wie Ratingen, Neuss und Mönchengladbach verzeichnen eine stetig wachsende Nachfrage und damit steigende Preise bei Wohneigentum und Miete. Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt weiter zu, schließlich steuert Düsseldorf bis 2040 auf die 700.000 Einwohnermarke zu. Zuzug den wir aber brauchen, um in einer globalisierten Welt konkurrenzfähig zu bleiben.

Das Umland muss sich wappnen. Kleinere Städte profitieren von dieser Entwicklung, wenn sie eine funktionierende Infrastruktur mit Kitas, Schulen, Ärzten, Vereinen, Nahverkehr und Geschäften vorantreiben. Das hilft auch Senioren, die in den Metropolen immer öfter an ihre finanziellen Wohngrenzen stoßen. Arbeitgeber müssen sich auf flexiblere Arbeitswelten einstellen, um die Pendlerströme zu entzerren und über allem steht das Thema „digitaler Ausbau“ mit Breitband, Glasfaser und 5G, Stichwort „Homeoffice“. Hier sind die Kommunen in der Pflicht, bei Investitionen und Planungen in den nächsten Jahren die Weichen zu stellen. Bund und Länder müssen sie dabei nach allen Kräften unterstützen. Adäquat Wohnen und Leben ist eine anspruchsvolle Zukunftsaufgabe für die Gesellschaft.

Thomas Schüttken ist Geschäftsführer der BÖCKER-Wohnimmobilien GmbH

(Quelle: Rheinische Post)